Zeichen-Apps auf dem Apple iPad

Seit fast einem Jahr nutze ich nun das iPad und hatte endlich Zeit mich mit  Zeichen-Apps auf dem Tablet zu beschäftigen. Eins vorweg, ich war sehr überascht wie einfach und professionell sich mit den getesteten Kandidaten arbeiten lässt. Ich habe die 6 Apps getestet, mit der besten Bewertung im Appstore, kostenlos wie auch kostenpflichtig. An dieser Stelle kurz der Hinweis das die Preisangaben ohne Gewähr sind, da diese natürlich straken Schwankungen unterliegen.

Technische Gerätschaften waren das iPad Air 2, unter Verwendung von zwei Eingabegeräten. Den recht preiswerten „Wacom Bamboo Stylus solo CS-100“ Eingabestift ( Amazon ca. 12 €), und dem etwas teureren „Pencil by FiftyThree“ (Amazon ca. 60 €). Die meisten Apps unterstützen verschiedne Stylus-Stifte der bekannteren Hersteller. Diese lassen sich in den Einstellungen dann per Bluetooth koppeln.

Nach etwas Recherche im Internet und entsprechenden Bewertungen, habe ich mich für folgende Apps entschieden:

Da ich bisher mit Photoshop und Illustrator auf dem PC gezeichnet habe, wollte ich mir die Tablet Versionen der beiden Programme natürlich auch angeschauen. Zunächst aber positive und negative Eindrücke, die mir allgemein aufgefallen sind. Dann im Anschluss ein paar Worte zu jedem der Programme.

Bild "Hallo" iPad im Beitrag Zeichen-Apps auf dem iPad.

Positive Eindrücke

Insgesamt sind alles Apps qualitativ recht hochwertig und funktionierten so auch problemlos. Der Programmaufbau und die verfügbaren Werkzeuge sind ähnlich, was auch Kombinationen oder die Nutzung von mehreren Apps pro Zeichnung erleichtert. Touchbedienung funktioniert bei allen tadellos. Die Erkennung von mehreren Fingern ist ebenfalls sinnvoll integriert und wird für verschiedene Funktionen genutzt (zoom, blättern, rückgängig, etc.). Auch exportieren der Zeichnung, oder das Teilen in sozialen Netzwerken läuft reibungslos. So haben alle Zeichen-Apps auf dem iPad einen positiven EIndruck hinterlassen, aber nicht uneingeschränkt.

Negative Eindrücke

Am negativsten ist mir aufgefallen, dass viele der Apps über keinerlei Transformations-Werkzeuge verfügen, was ich als einen der größten Vorteile der digitalen Zeichnung sehe. Lediglich SketchBook PRO von Autodesk ist da vorbildlich und entsprechend umfangreich. Als zweiten großen Minuspunkt möchte ich das schlechte bzw. reglementierte Ebenen-Mangement nennen, die meisten Apps lassen nur eine begrenzte Anzahl von Ebenen zu. Manche lassen sich durch kauf der entsprechenden Pro-Version erweitern, manche leider nicht. Welche Begründung es da auch immer geben mag, ich möchte entscheiden, ob ich meine Zeichnung mit Ebenen zumülle.

Apps im Detail

In nachfolgernder Auflistung, sind die wichtigsten Informationen zu den Apps, auch mit eventuell anfallenden Kosten aufgeführt.

Paper

Paper von FiftyThree, App des Artikels "Zeichen-Apps auf dem iPad".

Sehr schön gestaltete App, die sich sowohl für Skizzen eignet, aber auch Künstler, die traditionell malen wollen, ansprechen könnte. Farben lassen sich sehr realistisch, wie im Farbkasten mischen. Werkzeuge sind nicht so viele verfügbar, hier findet man dennoch Pinsel, Bleistift, Tuschefeder, Filzstift und Marker. Ich habe die App im Bundle mir dem Zeichenstift von Fiftythree erhalten, welche hier natürlich zu 100 % unterstützt wird (auch die Schrägen zum Schraffieren). Transformations-Werkzeuge finden sich leider keine an Bord. Für jemanden der auf realistische Werkezuge wert legt empfehlenswert.

Preis: Gratis

SketchBook PRO

SketchBook PRO von Autodesk, App des Artikels "Zeichen-Apps auf dem iPad".

SketchBook PRO ist eine sehr durchdachte und ja, auch professionelle Zeichen-App. Es sind alle denkbaren Werkzeuge verfügbar, es lässt sich transformieren was das Zeug hält und auch z.B. als PSD-Datei exportieren. Zudem sind genügend Ebenen verfügbar die sich beliebig kombinieren, verrechnen oder zusammenlegen lassen. Sämtliche Stifte, Pinsel, Werkzeuge lassen sich noch je nach Bedarf justieren. Sehr gelungen, auch für den professionellen Einsatz und mein persönlicher Favorit.

Preis: 4.99 €

Tayasui Sketches

Tayasui Sketches von Tayasui.com, App des Artikels "Zeichen-Apps auf dem iPad".

Die App ist übersichtlich aufgebaut und verfügt über eine Vielzahl von Werkzeugen. Auch hier lassen sich die Werkzeuge nach Bedarf anpassen (z. B. Druckstärke oder Durchmesser) und ein grundlegendes Ebenen-Management ist auch vorhanden. Die Bedienung ist sehr einfach und schnell. Zusätzliche Werkzeuge sind per In-App-Käufe verfügbar. Leider keine Transformations-Werkzeuge. Diese App mag ich sehr gerne, aber nur für das Skizzieren. Dies liegt daran, dass sich speziell mit den Stiften sehr natürlich zeichnen lässt.

Preis: 4.99 € In-App-Käufe pro Paket 1.99 €

ArtRage

ArtRage von Ambient Design Ltd., App des Artikels "Zeichen-Apps auf dem iPad".

ArtRage versucht einen leicht anderen Ansatz, Künstlerwerkzeuge wie Farbtube und Walze mit einfachen Zeichenwerkzeugen zu mischen. Das hat mir nicht so ganz gefallen, dadurch wirkt die App etwas überladen. Insgesamt ist das malen/zeichnen sehr natürlich umgesetzt, Werkzeuge arbeiten da Hand in Hand. Ebenen-Management ist auch verfügbar, Transformations-Werkzeuge lassen sich bedingt auf Ebenen anwenden.

Preis: 4.99 €

Adobe Photoshop Sketch

Adobe Photoshop Sketch, App des Artikels "Zeichen-Apps auf dem iPad".

Adobe Photoshop Sketch vertritt einen komplett anderen Ansatz, hier sieht man lediglich ein paar Werkzeuge (Linien-Werkzeug, Stift, Pinsel & Musterpinsel) und Menü-Elemente, die restliche Steuerung erfolgt über Touch-Bedienung. Transformieren, drehen, löschen und so weiter nur über Touch. Die Werkzeuge lassen sich auch in wesentlich geringerem Umfang als bei den anderen Apps anpassen. Was die Adobe-Apps von den anderen unterscheidet ist, dass die Farbwahl der Werkzeugs direkt in diesem stattfindet. So kann man für jedes Tool eine andere Fareb festlegen. Als störend empfand ich den Zwang zur Creative Cloud von Adobe, ohne entsprechenden Account läuft hier gar nichts. In-App-Käufe sind möglich, das habe ich aber nicht getestet. Was man allerdings hervorheben muss, ist die problemlose Zusammenarbeit mit den Desktop-Programmen von Adobe.

Preis: gratis (Adobe-Account norwendig)

Adobe Illustrator Draw

Adobe Illustrator Draw, App des Artikels "Zeichen-Apps auf dem iPad".

Diese App ist von der Bedienung, dem Umfang und den verfügbaren Werkzeugen genauso aufgebaut wie das Tool Adobe Photoshop Sketch, nur lassen sich hier eben Vektoren zeichnen. Die Zusammenarbeit mit Adobe Illustrator auf dem PC klappt per Cloud problemlos. Was ich sehr gut umgesetzt fand, waren die Kalligrafiepinsel, damit lässt sich ganz hervorragend schreiben.

Preis: gratis (Adobe-Account norwendig)

Mein Fazit

Jede der getesteten Apps hat seine Daseinsberechtigung und finden sicher seine Nutzer. Mit allen Lies sich angenehm arbeiten, alle hatten Ihre Vorteile und auch Nachteile. Ich empfehle Testen, Testen, Testen. Auch die kostenpflichtigen Apps lagen in einer gratis Version, mit reduziertem Umfang vor. Um sich einen Eindruck zu machen, reicht das allemal. Ich persönlich nutze inzwischen mehrere der Apps gezielt für unterschiedliche Einsatzzwecke. Skizzieren mit Tayasui Sketches, detaillierte Zeichnungen mit SketchBook Pro, Adobe Illustrator Draw für Kalligrafische Arbeiten. Alles ist möglich, nichts ist falsch! In diesem Sinne, viel Spaß beim ausprobieren.

Das Resultat meines Ausflugs in die Welt der Zeichen-Apps sehen Sie hier.

Über

Hi, ich bin Marc Berndt. Mediengestalter, Farbenversteher und interessiere mich für alles aus dem IT-Bereich. Ich bin gerne im Internet unterwegs und mag die Möglichkeiten, die das Netz bietet. Und ja, ich programmiere, fotografiere & zeichne sehr gerne.

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